Das Pilatus-Puzzle.
Bestandsaufnahme und Hintergründe einer europäischen Sage in Franken. Mit 7 Karten und 40 Abbildungen sowie mehr als 100 Originaltexten zur Pilatussage. Schriftenreihe II des Fränkische-Schweiz-Vereins, Heimatkundliche Beihefte 18, 416 Seiten, Verlag Palm & Enke, Erlangen 2003. ISBN 3-7896-0675-8
Dabei gelingt es ihm zunächst, mit vielen Belegen und Beweisen eine Fülle von Missverständnissen früherer Arbeiten auszuräumen und falsche Behauptungen zu widerlegen. Er findet und beschreibt ausführlich die "uralte Sage", auf die die fränkische Pilatustradition, v.a. die von Forchheim, aufbaut und nach der viele Autoren in der Vergangenheit gesucht haben. Er zeigt, dass es sich dabei um eine fast 2000 Jahre alte, in ganz Europa bekannte christliche Legende über den Prokurator von Judäa handelt mit der südfranzösischen Stadt Vienne im Mittelpunkt, deren Pilatustradition er ebenfalls behandelt. Dann kann er beweiskräftig darstellen, dass die Forchheimer Pilatustradition etwa 100 bis 200 Jahre jünger ist als bisher angenommen. Und schließlich dokumentiert er ausführlich, dass bis ins 19. Jahrhundert hinein seltsamerweise in keiner einzigen historischen Quelle von einer speziellen Hausener Sage geschrieben wird.
Insofern ist es nicht überraschend, dass er nach dieser Erkenntnis das Hauptaugenmerk seiner Nachforschungen darauf legt aufzuzeigen, wie es trotzdem dazu kommen konnte, dass im Jahre 1855 plötzlich eine ausformulierte schriftliche Form einer Hausener Sage in dem Buch "Bayerische Sagen und Bräuche" des Sagenforschers Friedrich Panzer auftaucht. In spannend geschriebenen Ausführungen macht er den Leser mit den Umständen und Ereignissen bekannt, die sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in und um Hausen zugetragen und zur Entstehung verschiedener Sagendetails beigetragen haben. Er holt Leben, Werk und Gedankenwelt von Friedrich Panzer (1794-1854), dem eigentlichen "Verfasser" der Hausener Sage, aus der Vergessenheit, zeigt ausführlich die für das Verständnis der Sage bedeutsamen Verbindungen Panzers zum großen Märchenforscher und Germanisten Jacob Grimm (1785-1863) auf, aber auch Panzers Beziehungen nach Hausen, speziell zum damaligen Pfarrer des Ortes, dem aus Forchheim stammenden Franz Heinrich Striegel (1785-1859). Viele neue Erkenntnisse, die bisher noch nie im Zusammenhang mit der Sage diskutiert wurden, kommen auf diese Weise ans Tageslicht und führen zu einer absolut überraschenden Wendung. Mehr soll aber an dieser Stelle nicht verraten werden. Machen Sie sich selbst ein Bild von der Geschichte und den Hintergründen der Pilatussage und lernen Sie auf dieser Weise viele neue und interessante historische und heimatkundliche Einzelheiten kennen!
Wird also mit dem vorliegenden Buch das Rätsel der Pilatussage von Hausen und Forchheim gelöst? Angesichts noch vieler offener Fragen überlässt der Autor die Beantwortung dem Leser selbst. Egal aber wie das Urteil der Leser ausfällt, kann doch gesagt werden, dass mit dem Buch ein Riesenschritt in diese Richtung getan wird. Zumindest wird in Zukunft keiner mehr über die fränkische Pilatussage sprechen können, wenn er dieses Buch nicht gelesen hat.
Das ideale Geschenk für jeden, der Interesse an Geschichte und Heimatkunde hat.
(Aus der Pressemitteilung des Fränkische-Schweiz-Vereins)
Aus dem Inhalt:
Teil I: Von Sagen, Legenden und den Feinden Gottes oder: Wie die Pilatussage entstanden ist
Teil II: Vom Pilatusspruch, einem Sagentext und vielen Theorien oder: Was in Forchheim und Hausen über Pilatus erzählt wird
Teil III: Von einem praedium, Prätorium und Predigten oder: Wie die Pilatussage nach Franken kam
Teil IV: Von einer Mühle, einem Pfarrer und alten Mythen oder: Wie die Pilatussage ihre Heimat in Hausen fand
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